BBoard stellt seinen Betrieb ein, Details hier
Die Widder
Das Forum der Widder-Larp-Gruppe


 

 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

Auf dem Weg nach Döllingen, Say'das Reisetagebuch



 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Die Widder Foren-Übersicht -> Intime
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Say'da
Bogenschützin und Multitalent / Widder



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 14.09.2007
Beiträge: 40
Wohnort: Oldenburg

BeitragVerfasst am: 12.01.2008, 20:16    Titel: Auf dem Weg nach Döllingen, Say'das Reisetagebuch Antworten mit Zitat

Die erste Nacht verbringt Say’da in einem kleinen Gasthaus. Außer ihr ist kein anderer Gast zugegen, also speist sie mit dem Wirt zusammen, der einen freundlichen, vertrauenerweckenden Eindruck macht. Für alle Fälle hat Say’da aber ein Messer im Stiefel versteckt, man weiß ja nie.

Ein vorzüglicher Eintopf, fast besser als der von Lasse, wahrscheinlich wegen der roten Rüben.

Zum Essen spendiert der gute Hein eine Flasche seines selbst gemachten Holunderweins, ein vorzüglicher Tropfen. So sitzen sie bei einem schönen prasselnden Feuer in der Wirtsstube.
Der Wirt fragt Say’da natürlich woher sie kommt und wohin sie geht, und da der Hein ein netter Wirt ist, der gerne Geschichten hört, weil es so schön muckelig warm ist und der Wein Say’das Zunge löst, fängt sie zu erzählen an, die ganze Geschichte. Das sie von zu Hause weg musste, weil die 15köpfige Familie nicht mehr satt wurde und sie zu dem Onkel in die Wirtschaft kam, der ihr aber an die Wäsche wollte und sie deswegen geflüchtet ist. Wie sie sich mit kleineren Diebstählen über Wasser halten musste, sie sich dann aber das Fallenstellen beigebracht hat, um Karnickel und Rehe zu fangen. Mit deren Verkauf hatte sie sich dann wenigstens einen Bogen kaufen können.
Dann lernte sie Fynn, Garosch und Bulgar kennen, ab dem Zeitpunkt war sie eigentlich nicht mehr alleine. Say’da hält kurz inne, nimmt einen kräftigen Schluck Holunderwein und weiter sprudelt es nur so aus ihr heraus.
Fynn und Garosch waren mir sehr liebe und treue Gefährten, leider zu kurz, sie starben auf Traak, der verfluchten Insel, auf die ich nie wieder einen Fuß setzen werde.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Say'da
Bogenschützin und Multitalent / Widder



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 14.09.2007
Beiträge: 40
Wohnort: Oldenburg

BeitragVerfasst am: 16.01.2008, 19:27    Titel: Antworten mit Zitat

Ihre Ausführungen sind lang und ausschweifend. Sie erzählt dem Wirt von den vielen Gefahren, die sie mit ihren Gefährten oft nur um haaresbreite überstanden hat, aber auch von ruhigen Momenten am Feuer, wo man mit einem guten Becher Wein lange Gespräche geführt, oder einfach nur gemeinsam in lodernde Flammen gesehen hat.

Sie erzählt von Lydia, die sich immer so um das Wohl der anderen kümmert und von Hermann dem Schmied, wenn der mal was repariert hat, hält das für die Ewigkeit. Bulgar, mit dem man so schön feiern kann und wenn es Ärger gibt, steht er immer in vorderster Reihe, zusammen mit Zeinjo und Lasse, den mutigen Kämpfern. Nicht zu vergessen Thorus, wenn der mal sauer wird pflügt der nur so durch die Reihen. Meistens tragen aber alle irgendwelche kleineren oder größeren Verletzungen davon, dann haben wir unseren Korbyn, der flickt immer alle wieder zusammen. Sie erzählt von Josas Gefühl für gute Geschäfte, das sie immer wieder verblüfft und von Ifra’in, der starb als sie an Bord geblieben war und das sie sich das wohl nie verzeihen wird. Wenn unser Sonnenpriester seine Gebete sprach, das hat er immer sehr gerne und ausschweifend gemacht, strahlte immer die Sonne und wenn sie das eh schon tat, dann umso heller.
Sie spricht auch über die enge Verbindung zu Idha, der Wirt runzelt kurz die Stirn, schenkt noch mal Wein nach und Say’da erzählt wie es dazu kam, dass auf der Suche nach einer guten Partie, Korbyn kein Interesse zeigte und die Verbindung mit Idha doch das vernünftigste überhaupt ist. Idha, ach Idha, ich hab dir gar nicht bescheid gesagt, aber von allen an Bord wirst du die einzige sein, die fühlt, das mein Weg der richtige ist.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Say'da
Bogenschützin und Multitalent / Widder



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 14.09.2007
Beiträge: 40
Wohnort: Oldenburg

BeitragVerfasst am: 22.01.2008, 22:39    Titel: Antworten mit Zitat

Der Wein lockert nicht nur Say’das Zunge, sondern treibt sie auch auf den Abort. An der frischen Luft sitzt sie nun bei Kerzenschein und denkt darüber nach, ob es wohl richtig ist dem Hein, einem Mann den sie nicht kennt, ihr Herz auszuschütten. Ach was, der Hein ist sicher besser als viele andere und die Chance, dass hieraus ein Nachteil wird ist eher gering. Also werde ich einem Unparteiischen auch noch den Rest meiner Geschichte erzählen, vielleicht hilft mir das weiter, schaden kann’s nicht.
Als sie im Schein der Kerze wieder zur Gaststube läuft, hört sie vom Dach den leisen, einfallslosen Gesang einer Krähe. Sie geht ein wenig schneller, bis sie an der Tür angekommen ist. Also ohne euch kommt man wohl wirklich nicht durch dieses Land, was?

Die frische Luft hat Say’das Müdigkeit verschwinden lassen und der Hein kommt mit einem warmen, duftenden Apfelkuchen aus der Küche. Ach herrlich, so lässt es sich leben.
Nach den ersten Bissen schaut der Wirt wieder erwartungsvoll und Say’da fährt fort.
Bei den Erzählungen über Untote, Dämonen, Räuber und Drow bleibt dem Wirt oftmals der Mund offen stehen und diese Aneinanderreihung von überstandenen Gefahren wirkt auch auf Say’da unwirklich.
Wenn man mitten in der Scheiße steckt, denkt man nicht mehr nach, man macht einfach und wenn die Gefahr überstanden ist, geht man einen trinken und die Sache ist erledigt.

Und dann ist sie bei den neuesten Vorkommnissen angelangt und erzählt, wie ihre Gruppe sich in Eridmea zum Schutz eines Kaufmanns verpflichten ließ. Ein scheußlicher Ort, Angriffe über Angriffe, oft war’s haarschaft für einige von uns. Sie zählt auf, wer ihr in diesen Tagen so alles das Leben gerettet hat. Soratis, dem neuen Priester an unserer Seite, der ihr einen Heiltrank einflößte, obwohl er den selber viel nötiger gehabt hätte und mit dieser Tat Say’da auf jeden Fall seine Loyalität bewiesen hat. Lasse und Idha, die sie verletzt aus dem Kampf gezogen haben. Wahrscheinlich waren es aber noch ein paar helfende Gefährten mehr, manchmal kann man sich nicht mehr an alles erinnern, gerade wenn man zu viele Schläge auf den Kopf bekommen hat. Die hat sie auch bekommen als sie blöderweise mit Valeria zusammen in den Hinterhalt einer Räuberbande gelangt ist. Aber meine Leute haben mit denen kurzen Prozess machten!
Der Wirt schluckt sein letztes Stück Apfelkuchen herunter: Muß ja toll sein, mit solchen Teufelskerlen unterwegs zu sein, für mich hört sich das an, als währt ihr `ne richtig eingespielte Truppe, so alle für einen und einer für alle!

Oh ja, das dachte ich auch, bis zum letzten Tag war die Welt noch in Ordnung. Aber in Eridmea hing der Haussegen der Götter so schief, dass man ins Totenreich musste, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Ins Totenreich, das muß man sich mal vorstellen, als würde man da nicht früh genug hinkommen. Natürlich haben wir das verweigert und unsere Entscheidung stand fest, aber dann waren unsere törichten, eigenmächtigen Kämpfer der Meinung, sie müssten da doch reinhüpfen, nach dem Motto: Lieber ins Totenreich, als einen Kampf zu verpassen! Und dann alle hinterher, aus lauter Loyalität. Und am Ende bin ich da auch noch rein gelaufen. Dann war aber alles so schnell vorbei, dass ich nicht einen Schwerthieb austeilen konnte und die ganze Bande ist wieder raus, vom Unrat gesäubert durch Priester und Schamane und das war’s. Danach bin ich erst einmal ausgerastet, hab unseren Kämpfern übelste Vorwürfe gemacht, sie wären wortbrüchig geworden und hätten unsere Treue auf die Probe gestellt. Seit dem hab ich kaum mehr ein Wort mit ihnen gewechselt, bin statt aufs Schiff in die andere Richtung und will jetzt zu Fuß nach Döllingen, wo wir uns wieder sehen.

Nachdem Say’da einen kräftigen Schluck aus ihrem Becher genommen hatte und der Wirt kurz nachgedacht hat, erhebt er sein Wort:
Moment mal, wenn ich mich recht entsinne, waren dies Eure Worte: Wenn man mitten in der Scheiße steckt, denkt man nicht mehr nach, man macht einfach und wenn die Gefahr überstanden ist, geht man einen trinken und die Sache ist erledigt!
Wieso messt Ihr denn bei dieser Geschichte mit einem anderen Maß? Ich bitte um Vergebung, aber könnte es nicht eher die Enttäuschung über den nicht ausgeführten Schwerthieb gewesen sein, oder vielleicht das zögerliche Verhalten den Gefährten nicht sofort nachgeeilt zu sein, das Euch in so eine Missstimmung versetzt hat. Totenreich hin oder her, aus Euren Erzählungen schließe ich, dass keiner Eurer tollkühnen Gefährten darüber nachdenkt wohin er springen muß, wenn einer von Euch in Gefahr ist. Ihr solltet froh und dankbar sein über solche Freunde und mir scheint, das sind sie. Und ist es unter Freunden nicht üblich, dass man sich törichtes Handeln, oder törichte Worte verzeiht?

Der Wirt steht auf, geht in die Küche um das Geschirr zu waschen und lässt eine ziemlich verdutzte Say’da zurück. Die muß erst mal wieder einen großen Schluck aus dem Becher nehmen, noch einmal nachfüllen, den Becher in einem Zug lehren um dann laut zu sich zu sagen: Ich glaube er hat Recht.
Und dann fällt ihr noch ein, dass es auch Gaus Wort waren, das man sich unter Freunden verzeiht und Gau ist ein sehr weiser Mann.

In dieser Nacht liegt Say’da noch lange wach und denkt über die Worte des Wirts nach. Im Morgengrauen wird das Gezeter der Krähe auf dem Dach lauter, doch das hört sie nicht mehr.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Say'da
Bogenschützin und Multitalent / Widder



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 14.09.2007
Beiträge: 40
Wohnort: Oldenburg

BeitragVerfasst am: 23.01.2008, 22:14    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist schon fast Mittag, als Say’da aus den wohlig weichen Federn steigt.
Sie findet Hein unten in der Gaststube. Na, etwas Schwarzwasser? Ein leises Brummen deutet der Wirt richtig und setzt einen großen Becher vor Say’da auf den Tisch.
Ich wollte Euch gestern nicht zu nahe treten, aber Euren Erzählungen entnahm ich, dass Ihr mit den Entscheidungen Eure Gefährten, bis zu der letzten Begebenheit, immer einverstanden wart. Man sollte dann doch eine Sache, die Euch offensichtlich missfiel, nicht so auf die Waagschale legen, das wollte ich eigentlich damit sagen.

Im Großen und Ganzen habt Ihr Recht, Hein. Mein Ärger in dieser Nacht hatte sicher nicht nur etwas mit der, meiner Meinung nach, Fehlentscheidung zu tun, es war vielmehr die Gesamtsituation, mit der ich unzufrieden war. Es sind alle heil herausgekommen und das ist die Hauptsache.
Einem langen Seufzer folgt ein großer Schluck Schwarzwasser.
Wahrscheinlich liegen meine Freunde jetzt an Deck der Sturmbraut, eingewickelt in Decken und treiben ihre Späße und ich, ich bin nicht dabei.

Ich sollte bald aufbrechen, ich muss doch noch über den Pass, der ist zu dieser Jahreszeit nicht leicht zu nehmen. Dann wollte ich auch noch in meinem Heimatdorf vorbei, wenn ich meine Gefährten nicht verpassen will, sollte ich heute noch los.

Say’da packt ihre Sachen zusammen, überprüft ihre Pfeile und schnallt ihr Schwert um. Mit einer fast schon andächtigen Ruhe legt sie das Widderzeichen, dass sie in der Nacht zur Jahreswende abgenommen hatte, wieder um den Hals. Ich bin ein Widder, daran wird sich nichts ändern und das ist auch gut so.

Habt Dank für das gute Essen, den guten Wein und das wertvolle Gespräch, ihr habt mir einen anderen Blick auf die Dinge gezeigt und dafür bin ich Euch sehr dankbar.

Am frühen Nachmittag verlässt Say’da das Gasthaus, auf dem Dach sitzt eine Krähe, die mit einer ungeheuren Lust einen schauderlichen Gesang anstimmt.
Oh Raal, was habt ihr bloß verbrochen, das man euch mit einem so abscheulichen Gesang bestraft?
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Say'da
Bogenschützin und Multitalent / Widder



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 14.09.2007
Beiträge: 40
Wohnort: Oldenburg

BeitragVerfasst am: 26.01.2008, 19:04    Titel: Antworten mit Zitat

Die Reise geht weiter, geschrieben von Soratis und Say'da

Es war später Nachmittag geworden und Raals Antlitz stand kurz über dem Horizont. Say´das Weg war lang geworden an diesem Tag und sie ging Gedanken versunken mit dem gesenktem Kopf den Weg entlang. Links und rechts vom Weg zog sich eine dichte Buschlandschaft die Hügel hinauf, die in absehbarer Ferne langsam zu dem großen Bergmassiv wurde, dessen Gebirgspaß für den heutigen Tag ihr Ziel war.

Es war erstaunlich still für diese Gegend, hin und wieder hörte man Vögel und nur ein leichter Wind ließ sich die Zweige der Büsche sanft dahinwiegen.

Plötzlich schreckt sie aus ihren Gedanken hoch...sie weiß nicht was es ist, aber irgendetwas hat ihren Gefahreninstinkt geweckt...sie blickt den Hang hinauf zum Berg. Auf der Kuppe des Berges thront eine weiße Krone aus Eis und Schnee. Der Weg schlängelt sich langsam die Flanke des Berges hinauf. Die Luft ist kalt und doch flimmert sie leicht in den höheren Lagen, was der Kuppe des Berges ein leicht verschwommenes Äußeres gibt.

Sie dreht sich um....

Sind dort hinten nicht plötzlich fremde Fußspuren auf dem Boden die den Weg kreuzen, oder täuscht sie sich? Say´das Herz fängt intensiver an zu schlagen. Ganz die professionelle Bogenschützin fängt sie an ihre Atmung zu kontrollieren. Leise, aber mit einer geschmeidigen Bewegung nimmt sie langsam ihren Bogen zur Hand. Ohne ihren Blick von der Stelle zu nehmen wo die Spuren im Buschwald verschwinden, spannte sie vorsichtig ihre Sehne auf. Ihre Finger fahren langsam die Sehne ab, um zu kontrollieren ob diese noch völlig intakt ist. Immer noch ruht ihr Blick auf dem Weg. Ihr Atem wird langsamer und gleichmäßiger obwohl ihre innere Anspannung wächst. Irgendetwas ist dort ...sie ist sich sicher.

Mit einer instinktiven Bewegung findet ihre Hand die Öffnung des Köchers und zieht vorsichtig einen Pfeil heraus. Ihre Bewegungen sind absolut leise. Ihr Kopf bewegt sich langsam im Halbkreis von links nach rechts. Nichts hinter ihr, nichts vor ihr...der Weg ist leer, aber irgendetwas ist dort hinter den Büschen, sie ist sich sicher...und es belauert sie.

Wieder mit einer langsamen aber geschmeidigen Bewegung beugt sie sich vorsichtig nach vorne und versucht potentiellen Feinden dadurch ein kleineres Ziel zu bieten. Langsam und dann immer schneller bewegt sie sich längs des Weges auf die Fußspuren zu. Auf der rechten Seite im Rücken die Buschreihen der, von den Spuren gegenüberliegenden, Wegseite. Im Laufen spannt sie den Bogen.

Sie würde lieber einer Konfrontation aus dem Weg gehen, aber es ist auch keine gute Idee einfach ahnungslos weiter zu gehen. Sie will wissen wer oder was sie verfolgt....

Ein plötzliches Krächzen einer aufgeschreckten Krähe warnt sie vor dem drohenden Hinterhalt in den sie faßt getappt wäre...denn links und rechts des Weges bewegten sich plötzliche mehre Schemen durch die Büsche auf sie zu. Überall gerät der Buschwald in Bewegung.
Zuviele ..., sie dreht sich um und rennt so schnell sie kann quer durch den Buschwald den Hang hinauf. Aber die Verfolger sind hinter ihr...sie hörte das Rascheln und Knacken der Äste, und wie mehere Körper sich ihren Weg durch den Wald bahnen.
Das war knapp, wieder eine dieser lästigen Krähenviecher...dann nimmt das Rennen ihre volle Aufmerksamkeit in Anspruch.

Im Laufen versucht Say’da einen Punkt ausfindig zu machen, von dem sie vielleicht ein besseres Schussfeld hätte, sie merkt aber, dass ihr dafür keine Zeit bleibt, die Verfolger kommen schnell näher.
Es nützt nichts, entweder einer oder keiner. Abrupt bleibt sie stehen, spannt in der Drehung ihren Bogen, erfasst ein Ziel und der Pfeil bohrt sich in den Oberschenkel des Mannes direkt vor ihr, der auch sofort zu Boden geht. Von links und rechts stürzen noch zwei weitere Gestalten auf sie zu. Der Versuch einen zweiten Pfeil zu spannen misslingt. Weglaufen hat keinen Sinn, sie wirft dem einen den Bogen entgegen und versucht noch das Schwert aus der Scheide zu ziehen, doch schon wirft sich der andere mit einem Hechtsprung auf sie, drückt sie zu Bogen und hält ihr ein Messer an die Kehle. Was haben wir denn da, einen jungen Schützen, so allein des Wegs und will uns unser Wild stehlen? Der nach Schnaps und Verwesung stinkende Atem des Mannes auf ihr lässt Say’da fast die Besinnung verlieren. Eine Gegenwehr ist sinnlos, der Kerl ist unsagbar schwer. Er stutzt, sieht an Say’da hinunter und grinst. Da schau her, es ist gar kein Recke! Jungs, wir haben ein Täubchen gefangen! Der zweite steht neben ihnen und grinst breit. Da haben wir heute Abend ja ein bisschen Kurzweil, was? Der Kerl auf ihr steht langsam auf, immer noch das Messer an ihrem Hals. Jetzt mal ganz langsam. Hannes nehm’ ihr den Gürtel ab, das Schwert auch und sieh zu, das du was zum fesseln findest, wir müssen uns erst einmal um Kalle kümmern. Kalle liegt immer noch wimmernd am Boden, der Pfeil steckt tief in seinem Bein, das Blut rinnt auf die Erde.
Hannes findet in Say´das Tasche ein Seil, das nimmt er, fesselt ihre Hände und auch die Beine. Wie ein Häufchen Elend liegt sie da am Boden, Hannes und der andere Kerl begutachten Kalles Verletzung. Scheiße, das sieht nicht gut aus, der Pfeil ist fast durchgegangen, das muß ordentlich versorgt werden. Am besten wir gehen zur alten Maja, die weiß was zu tun ist. Das kleine Miststück nehmen wir mit.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Say'da
Bogenschützin und Multitalent / Widder



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 14.09.2007
Beiträge: 40
Wohnort: Oldenburg

BeitragVerfasst am: 29.01.2008, 22:08    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr unsanft wird Say’da von den bewaffneten Schurken durch den Buschwald gestoßen. Während der eine Say’da am Seil vor sich her schubst, stützt Hannes den verwundeten Kalle. Dich mach ich vertich´ Drecksstück... flucht Kalle immer mal wieder von einigen Schmerzensschreien unterbrochen.

Die kahlen Büsche und teilweise vergilbten großen Farngewächse ziehen wie ein Meer in unterschiedlichen Grün- und Brauntönen an Say´das Augen vorbei. Die Schurken wechseln immer mal wieder den Trampelpfad, so das Say’da irgendwann komplett die Orientierung verloren hat. Nur keine Angst zeigen vor diesem Pack... denkt sie, aber ihr Herz schlägt daraufhin nur um so doller. Wieder wird sie rüde nach vorne gestoßen... geh schon, Du wirst schon sehen was die alte Maja mit Dir anstellt... Dreckiges Lachen erschallt durch den Buschwald der sonst jegliche Geräusche zu ersticken droht.

Immer mal wieder hält Say’da Ausschau nach einer Möglichkeit sich loszureißen, aber das stinkende Raubein hinter hier ist wachsamer, als sie ihm dies zugetraut hätte.

Nach gut einer halben Stunde Fußmarsch, der immer mal wieder von kleinen Pausen unterbrochen wird, weil Kalle nicht mehr weiter humpeln kann, kommt die Gruppe an ein winziges Hüttendorf, welches mit einer schlecht gearbeiteten Palisade aus angespitzten Stämmen umzäunt ist.
Das ist kein Dorf...das ist deren Unterschlupf.... Say’da versucht beim gehen etwas durch die Ritzen der Palisade zu erkennen. Der Stoß der darauf ihre Schulter trifft, lässt sie stolpern, anstatt ihren Peiniger zu beleidigen funkelt Say’da ihn nur aus kalten Augen an. Der ist es doch gar nicht wert...denkt sie um sich selbst zu beruhigen und ihre aufkommende Panik zu unterdrücken.

Dann wird sie durch die Öffnung des Palisadentores geschubst und erkennt vier vollkommen heruntergekommene Holzhütten, welche direkt an die Palisadenmauer gebaut wurden. Die Dächer dieser schäbigen Unterkünfte sind mit gammelndem Stroh und Sträuchern bedeckt. Während sie unsanft in die Mitte des aufgewühlten kleinen Dorplatzes geschoben wird, blickt sich Say’da aufmerksam um. Aus dem Schornstein der größten Hütte steigt Rauch, welcher sich fettig und schwer durch das Blätterdach der darüber hängenden Äste des in der Nähe stehenden Baumes quält.
Etwas weiter weg erkennt sie einen kleinen Verschlag und einige abgemagerte Hühner die hier ein klägliches Dasein fristen.

Auch ein schlecht gepflegtes Pferd ist auf der anderen Seite des Dorfes an der Palisade angebunden. Das Heu, welches in der Nähe liegt, würde niemand mehr seinem Reittier als Futter anbieten.

Maja....ruft der Messerstecher....wir sind zurück...schau was wir gefangen haben.

Ja...ich komm schon..
hört man eine alte krächzende Stimme aus der größten Hütte kommen...hat ja auch lang genug gedauert...die Stimme hustet kurz, als hätte der Besitzer der Stimme sein Leben lang zuviel Rauchkraut zu sich genommen.

Aus dem Schatten der schief hängenden Tür der Hütte kommt eine uralte bucklige Goblinfrau ins Tageslicht gehumpelt. Sie stützt sich auf einen mehrfach gedrehten Stab, behängt mit dutzenden Knochen-, Wurzeln- und Blätterfetischen, und trägt eine speckige grauschwarze, tropfenförmige Lederhaube auf dem Kopf. Ihre schlohweißen Haare lugen links und rechts unter ihrer Lederhaube hervor und säumen das uralte, grüne ausgemergelte Gesicht der alten Goblinfrau. Die großen, wässrigen blauen Augen liegen in tiefen Höhlen und ihre langen gelben Hauer stoßen hart aus ihren zarten, dünnen, blassgrünen Lippen hervor.

Die alte Goblinfrau mustert Say’da aus ihren uralten Augen. Ihre Nüstern ziehen sich immer mal wieder kurz hoch als würde sie eine Witterung aufnehmen. Sie legt den Kopf schräg und geht einen Schritt näher auf Say’da zu. Ein säuerlicher Geruch steigt Say’da in die Nase...und so etwas wie der moderige Geruch des Alters. Die Alte ist in mehreren Lagen verschlissener und grauer Leinentüchern gewickelt, die wohl so etwas wie eine Robe darstellen sollen. Ein zotteliges schwarzes, hier und da verklebtes Fell bedeckt ihre Schultern und verstärkt nur ihren immensen Buckel. Ihre an dem oberen Ende spitz zulaufenden Ohren sind faltig und von ihren vielen unterschiedlichen großen, aber scheinbar schweren Knochen- und Metallohrringen leicht nach unten gezogen. Das linke Ohr ist an der Spitze geschlitzt als hätte sie dort eines Tages eine Klinge verwundet. Auch ein kleiner Kupfernasenring sticht aus ihrem alten faltigen Gesicht hervor.
Ihre Wangen sind eingefallen und das Gesicht wirkt ein bisschen wie ein Totenschädel....diese Goblinfrau macht einen unsagbar alten Eindruck auf Say’da... Majas dünne sehnige Arme klammern sich an ihren Stab während sie auf Say’da zuhumpelt. Say´das Blick wandert kurz an dem Körper dieser merkwürdigen Kreatur hinab. Plötzlich greift Maja mit einer ihrer affenartigen, mit dünnen zotteligen Fell bedeckten Arme nach Say´das Schulter und berührt sie sanft. Aus den Augenwinkeln erkennt Say’da gelbe, hier und da an den Spitzen abgebrochene, lange Fingernägel an der klauenartigen und ledrigen Hand.
Majas Gesicht nähert sich dem Say´das und der Fallenstellerin wird übel von dem stinkendem Atem der Goblinfrau. Diese uralten Augen blicken ihr direkt ins Gesicht.

Noch bevor Say’da den Blick senken kann ruckt Majas Kopf plötzlich zur Seite und ihr Blick fixiert den Messerstecher welcher schräg hinter Say’da steht... Hatte ich euch Bastarden nicht gesagt ihr sollt euch bei reichen fetten Pfeffersäcken bedienen.. Majas krächzende und von zuviel Rauchkraut gezeichnete Stimme klingt drohend ...sieht die hier...sie deutet mit einem abgemagerten Zeigefinger der linken Hand auf Say’da ...vielleicht wie EIN REICHER FETTER PFEFFERSACK AUS? HÄH? mit einer Geschwindigkeit die Say’da der betagten Goblinfrau nicht mehr zugetraut hätte wirbelt diese ihren Stab herum und drischt das obere Ende mitten auf die Nase des Messerstechers. Say’da vernimmt einen dumpfen Knirschlaut und dann ein schmerzverzerrtes aufheulen des Messerstechers schräg hinter ihr. Sie merkt ein kurzes Rucken an der Leine die sie gefangen hält, als der Mann in die Knie geht... dann entspannt sich das Seil und Say’da kann wenigsten ihre auf dem Rücken zusammengebundenen Hände wieder nach links und rechts bewegen, ein Grinsen muß sie sich in diesem Moment verkneifen.

Die Augen der Goblinfrau funkeln bösartig als sie ihren Stab drohend erhebt und die drei Männer, von einem kurzen Hustenanfall unterbrochen, ankeift. Die Fetische an dem Stab rasseln bedrohlich. Ihr solltet irgendwelche, von ihrem Geld und ihrem Geschmeide, fett gewordenen dekadenten Kaufleute überfallen und NICHT HARMLOSE EINFACHE LEUTE ausnehmen....sie hustet ...oder gar so unnütze junge Dinger entführen! Ein Zittern geht durch den Körper der Goblinfrau, trotzdem hält sie noch ihren Stab drohend in die Luft. Ihr Blick wandert von einem Schurken zum Anderen. Der Verletzte wagt es die Stimme zu erheben...aber wir...und wird dann rüde von der Alten unterbrochen...NICHTS ABER!

Sie deutet auf Kalle...bringt ihn in seine Hütte damit ich nachher seine Wunde verbinden kann, setzt heißes Wasser auf und jagt etwas zum Abendbrot. Sie deutet auf Say´da ...und bindet sie hier erst einmal am Zaun an, ich muß erst mal überlegen, was mit ihr geschehen soll!

Es zerrt wieder unsanft an der Leine an der Say’da hängt. Am Palisadenzaum, neben der Hütte der Alten, wird sie festgebunden. Freu dich Mädchen, nach dem Essen können wir noch so richtig Spaß miteinander haben.. zischt es in ihrem Nacken, aus den Augenwinkeln sieht sie die blutverschmierte anschwellende Nase, des Mannes, deren Namen sie noch nicht erfahren hat. Dazu wird es nie kommen, du Drecksack..
Der Mann verschwindet, erst in der Hütte von Kalle, dann durch das Tor, wahrscheinlich um auf Jagd zu gehen.
Say’da hört Gejammer aus Kalles Hütte, Geklapper aus der Hütte der Alten, sonst ist keine Menschenseele da. Sie versucht so gut sie kann sich zu recken um von ihrem Standort aus die Situation zu überblicken, ihr Schwert, die Gürteltasche und den Bogen hat Kalle einfach vor der Hütte der Goblinfrau fallengelassen, der alte Klepper steht auf der anderen Seite, vollkommen lethargisch. Während Say’da die Situation überblickt und Pläne schmiedet, ist sie schon dabei, sich von den Fesseln zu befreien. Was für dilettantische Knotenmacher, denkt Say’da erleichtert, ihr Blick ruht immer noch auf dem Pferd und sie versucht abzuschätzen, ob es jetzt schlau ist oder eine noch größere Dummheit, das Pferd in ihre Fluchtpläne mit einzubeziehen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Say'da
Bogenschützin und Multitalent / Widder



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 14.09.2007
Beiträge: 40
Wohnort: Oldenburg

BeitragVerfasst am: 30.01.2008, 22:04    Titel: Antworten mit Zitat

Sie schnalzt mit der Zunge, ruckartig hebt sich der Kopf des Pferdes, die Ohren lokalisieren die Herkunft des fremden Geräusches und leicht trübe Augen, in denen aber immer noch ein Funke Abenteuerlust zu sehen ist, schauen Say’da an. Na also, doch mehr lebendig als tot.
Say’da windet sich in den Fesseln, immer die Hütte der Alten, die von Kalle und das Tor im Auge. Ist das Pferd überhaupt in der Lage mich zu tragen? Die Fesseln schneiden tief in ihre Handgelenke ein, aber schließlich gelingt es ihr sich zu befreien. Mit dem Strick verschließt sie erst einmal die Hüttentür der Goblinfrau, dann eilt sie zu ihren Sachen, schnallt die Gürtel um, und spannt den Bogen der, Raal sei Dank, heil geblieben ist.
In der Zwischenzeit hat die Alte aber die verschlossene Tür bemerkt, durch einen Spalt entdeckt sie Say’da und schreit aus Leibeskräften nach Hannes.. Sie ist ausgebüchst, die Kleine will sich davonstehlen! Hannes, tu doch was, du musst sie aufhalten …. Hanneeees! Say’da rennt hinter die nächste Hütte, in dieser Position kann die Goblin sie nicht mehr sehen, sie hat aber gute Sicht auf die Hütte von Kalle. Das Herz schlägt ihr bis zum Hals, sie versucht ihre Atmung zu kontrollieren, denn sie weiß, sie hat nur einen Versuch. Hannes stürmt aus der Hütte und in diesem Moment trifft ihn der Pfeil in die Brust. Hannes fällt vornüber auf die Knie, er hält mit einer Hand den Pfeil, die andere streckt er nach Say’da aus und starrt sie an. Er hustet leicht und bevor er vornüber fällt flüstert er noch Wir wollten doch nur ein bisschen Spaß…... Na dann, ich hatte meinen gerade.. ist Say´das trockene Antwort. Emotionslos legt sie einen neuen Pfeil auf, sollte auch Kalle auf die Idee kommen die Hütte zu verlassen. Sie geht langsam auf das Pferd zu, in der Hand einen Brotkanten Komm meine Schöne, so was Gutes hast du noch nie gefressen, lockt Say’da den alten Klepper. Die Ohren neugierig nach vorn gestellt, die Nüstern weit geöffnet, schnappt das Pferd zaghaft nach dem Leckerbissen. Sie versucht ruhig auf das Pferd einzureden, während das Gekeife der Alten ohrenbetäubende Ausmaße annimmt. Einfach weghörten meine Gute, ich mach jetzt diese Leine los und dann machen wir beide uns hier vom Acker. Say’da löst die Leine und führt das Pferd zum Tor, während sie in der Tasche nach einer weiteren Leckerei sucht. Sie öffnet das Tor, schaut nach ob jemand zu sehen ist besticht das Pferd mit einem Apfel und schwingt sich auf den knöchernen Rücken. Ohne zu bocken erträgt es Say´das Gewicht und so verlassen sie diesen widerlichen Ort.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Say'da
Bogenschützin und Multitalent / Widder



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 14.09.2007
Beiträge: 40
Wohnort: Oldenburg

BeitragVerfasst am: 05.02.2008, 22:18    Titel: Antworten mit Zitat

Say´da treibt das abgemagerten Tier an. Das Pferd bewegt sich ob seines schlechten Zustandes doch noch relativ schnell vorwärts. Geduckt sitzt Say’da auf dem Pferderücken und trabt durch den Buschwald, immer darauf achtend nicht von einem Ast vom Pferd gestoßen zu werden. Immer mal wieder dreht sie sich um und schaut ob sie verfolgt wird....

Kein Bastard, der mir folgt….dann läßt sie den schon ordentlich schnaufenden Klepper etwas langsamer gehen, als sich die Hügel immer schneller zu einer ordentlichen Steigung auftürmen. An einer Stelle wo das Dickicht sehr hoch wächst, steigt sie schließlich ab und führt das Pferd am Zügel. Nachdem sie eine ganze Weile Schlangenlinien gelaufen ist um den dickeren Büschen auszuweichen, tritt sie schließlich vorsichtig auf den Weg hinaus. Vorsichtig und unter gutem Zureden führt sie das Pferd auf den steinigen Pfad. ...komm meine Gute....dann runzelt sie die Stirn, blickt kurz unter das Pferd...nur um sicherzugehen ...und schmunzelt. Langsam hebt sich ihre Laune wieder und sie blickt sich aufmerksam um.

Erstaunt stellt sie fest dass die Sonne schon kurz über dem Horizont steht, und dass es höchste Zeit ist sich ein Lager für die Nacht zu suchen. Hmh...jetzt hier wieder in den Buschwald zu verschwinden war nicht Sinn der Sache...zumal ich eigentlich heute noch den Paß erreichen wollte.... Also heißt es zügig voran ...wäre doch gelacht... Say´da beginnt zügig den immer steiler werdenden Pfad hinauf zu laufen. Langsam weicht der dichte Bewuchs am Wegesrand vermehrt großen mit Moos überzogenen Findlingen, die Steine des Weges werden auch immer größer und das Gehen wird auch immer beschwerlicher. Sie blickt den Hang hinauf. Nur die sich sanft in der Abenddämmerung bildenden Schatten der Felsen, lenken den Blick davon ab, dass die Landschaft immer rauher wird. Hier und da wirkt die Erde wie aufgebrochen, Schutthaufen und große Findlinge ziehen sich über die Seite des Berges als hätte ein Riese einen gigantischen Felsbrocken an der Flanke des Berges zerschmettert. Die Strahlen der untergehenden Sonne tauchen die Szenerie in ein fast sphärisches Licht...das Auge läßt sich leicht täuschen, Obacht... Say’da folgt dem Pfad weiter aufwärts. der Weg verbreitert sich und schneidet sich langsam in den Hang hinein. Links und rechts des Weges erheben sich je weiter sie den Berg hinauf kommt Felsabbrüche, welche in einen mit Steinen übersäten Hohlweg münden als die Sonne ganz hinter dem Bergrücken verschwunden ist.
...sieht irgendwie aus wie ein altes Flussbett...Apropos Durst habe ich so langsam auch. Say’da schaut sich aufmerksam um und betrachtet auch den Pfad eingehender, ob sie möglicherweise einen Rinnsal Wasser ausmachen kann.
Eine weitere Stunde folgt sie dem Pfad immer Ausschau nach einer Quelle haltend. Als sie schon fast die Hoffnung aufgegeben hat, hört sie in einiger Entfernung leises Wasserplätschern. Sie beschleunigt ihre Schritte und fängt an auch die Stute anzutreiben, welche immer langsamer vor sich hin zu trotten scheint. Nach einer Verengung des Hohlweges an dem zwei riesige Findlinge den weiteren Blick begrenzen, kommt sie in einen kleinen Felsenkessel welcher relativ windgeschützt zwischen den Ausläufern dreier steiler Berggruppen liegt. Der Boden ist überwiegend felsig. Nur hier und da kann sie im Halbschatten des aufkommenden Mondlichtes kleinere Grasflächen finden. Trotz der relativen Windstille fängt Say’da zu frösteln an. Die Hufe des Pferdes erzeugen hin und wieder Echos zwischen den relativ nah gelegenen Felshängen. Ihr Blick schweift über die umliegenden Bergkuppen. Das scheint die höchste Stelle des Passes zu sein...na schön...und jetzt irgendwo ein warmes Feuerchen...aber wo war noch gleich das Wasser...konzentriert läßt sie ihren Blick über die Felshänge schweifen welche im zarten Mondlicht teilweise nur noch als Schemen zu erkennen sind.
...los meine Gute, stärke Dich etwas an den Gräsern wenn Du welche findest und ich suche uns etwas Wasser...bloß nicht abhauen, hörst Du.. sie streicht der Stute behutsam über den Hals. Dann geht sie weiter in Richtung Plätschern und nähert sich dem Fuße einer Felswand. Hier muss das doch irgendwo sein.... Sie schaut nach unten....Na toll, gefunden! Ihr linker Fuß steht fast Knöcheltief in einer Pfütze. Auf der einen Seite verärgert über ihren nassen Fuß, auf der anderen Seite erfreut über das Wasser sucht sie im fahlen Licht des Mondes nach der Quelle. Nach einem kurzen Augenblick findet sie den Rinnsal sauberen Wassers, welcher sich stetig seinen Weg hinab an der ihr nahe gelegenen Felswand sucht. Bei einem kleinen Vorsprung holt sie ihren Wasserschlauch heraus und füllt ihn mit kühlem klarem Quellwasser. Freudig nimmt sie einige große Züge ...das war gut. Sie wischt sich mit ihrem Handrücken den Mund ab. Dann wirft sie einen Blick zu ihrem Pferd, welches friedlich grast. Tja...Feuerholz kann ich wohl vergessen in dieser Gegend...aber wenigsten hab ich noch meine warme Decke im Rucksack. .... Eine kleine Höhle für die Nacht käme jetzt sehr gelegen... Zu ihrer Überraschung erkennt sie im heller werdenden Mondlicht ein schwarzes Loch in einigen Hundert Schritt Entfernung in der gegenüberliegenden Hangseite. Say’da, Say’da ...Du musst wirklich an deiner Wahrnehmung arbeiten...warum hast Du das bloß vorhin übersehen...was wäre wenn... sie stutzt kurz ...ach scheiße, Hauptsache ein Plätzchen für die Nacht. Frohen Mutes sammelt sie ihre Sachen wieder ein, geht zu ihrem Pferd herüber und führt es in Richtung Höhleneingang. Der Weg scheint ausgetreten zu sein, ich bin also nicht die Erste die diese Höhle als Unterschlupf nutzt...hätte mich auch gewundert, schließlich gibt es auch weit und breit nur Fels und nochmals Fels und ein paar kleine verdorrte Büsche... Diesmal bin ich gewappnet.... Sie holt eine kleine Öllampe aus der Tasche, welche sie noch nicht entzündet, und zieht langsam ihr im Mondlicht leicht schimmerndes Schwert aus der Scheide. Das Pferd läßt sie einige Schritte vor dem Höhleneingang zurück. Sie blickt sich noch einmal kurz um ...ich komme gleich wieder, sei schön brav und lauf nicht weg ich will nur schnell schauen ob es noch andere Bewohner gibt.... flüstert sie leise. Sie holt noch einmal tief Luft, dann geht sie langsam und vorsichtig einen Schritt nach dem Anderen in die Finsternis...
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Say'da
Bogenschützin und Multitalent / Widder



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 14.09.2007
Beiträge: 40
Wohnort: Oldenburg

BeitragVerfasst am: 10.02.2008, 22:39    Titel: Antworten mit Zitat

Als sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, geht sie einige Schritte in die Höhle hinein und lauscht. Das einzige Geräusch welches sich langsam in ihre Aufmerksamkeit schleicht ist das Rauschen des Blutes in ihren Ohren und ihr immer stärker schlagendes Herz. Ganz ruhig, was auch immer in dieser Höhle sein mag hätte mindestens genauso Angst vor Dir wie ich vor ihm... sie seufzt leise ...hoffe ich zumindest. Und geht einige mutige Schritte in die Höhle hinein, wohl darauf achtend nicht über irgendetwas zu stolpern. Ein Geruch von welkendem Laub und feuchtem Erdboden steigt ihr in die Nase.
Nichts besonderes,...wenn dies eine bewohnte Tierhöhle wäre, hätte ich sie schon gerochen. Say’da geht in die Hocke, stellt die Lampe ab und betastet den Boden. Laub und Fels...nichts Ungewöhnliches. Mit einer geschickten Bewegung schiebt sie ihr Schwert wieder in die Scheide und entzündet dann ihre Öllampe.

Als das Licht die Höhle anheimelnd erhellt, sieht sich Say’da in ihrer Annahme bestätigt. Einige Schritte entfernt in relativer Nähe zum Höhleneingang liegen einige vor langer Zeit abgebrannten Scheite. Wusste ich es doch...es riecht aber nicht mehr nach Feuer... muss wohl schon ne Weile her sein. Sie dreht sich noch mal um die eigene Achse und erkennt eine langgezogene Höhle von etwa 3-4 Schritt Breite und etwa 15 Schritt Länge, hier und da liegen kleinere Felsbrocken am Boden. Ansonsten sieht die Höhle aus, als hätte man sie mit Wasser aus dem Granit gespült. Schon merkwürdig, wie Mutter Natur diese Formen erschafft... sie stutzt ...bah, jetzt schwafele ich schon so wie dieser Priester... sie schüttelt verwundert den Kopf. In diesem Augenblick hört sie von weitem den Ruf einer Krähe durch den Felskessel erschallen.
In der Höhle rollt sie ihr Bündel an einer weniger steinigen Stelle aus und bereitet sich ihr Nachtlager. Nicht perfekt...aber doch... redet sie mit sich selbst, als sie ein deutliches Räuspern am Höhleneingang hört. Mit einem schnellen Blick erkennt sie, dass sie die Sehne des Bogens schon abgespannt hat und greift im gleichen Augenblick flink nach ihrem Schwert.
Die schlanke hochgewachsene Gestalt, welche im Höhleneingang steht, macht mit beiden Händen eine beschwichtigende Geste. Das Licht der Öllampe wirft einen bizarren Schatten an die Höhlenwand und läßt sie noch größer erscheinen. Noch bevor der Mann seine Worte beginnen kann, springt Say’da mit einem Satz auf beide Füße und streckt ihr Schwert mit beiden Händen drohend nach vorne. Die Spitze des Schwertes, welche im Lampenlicht bedrohlich glitzert, zielt auf die Stelle wo die Kehle dieser Gestalt sein muss. Die Gestalt, welche in einem weiten langen Lodenmantel gekleidet ist, weicht zurück und hebt beide Hände noch höher, aus den Augenwinkel erkennt Say’da Bewegung hinter dem hoch aufragenden Fremden.
SPRECHT! Aber macht mir keine Dummheiten!

Entschuldigt unser Eindringen... Wir wollten Euch wirklich nicht stören, aber wir hatten gehofft.... hört sie eine sanfte männliche Stimme unter der Kapuze hervordringen. Wer ist WIR? Die Schwertspitze bewegt sich langsam einige Zentimeter nach vorne.
Wenn ihr erlaubt... die Hände zucken kurz zurück und ziehen die Kapuze nach hinten. Dann deuten die schlanken Hände auf eine weitere Gestalt.

ELBEN! HIER? Say´das Blick fällt auf eine, ebenfalls in einem grünen Lodenmantel gekleidete, Elbenfrau. Die Haare dieser Elbin, sind weißer als Say’da es jemals bei einem lebendigen Wesen gesehen hat, der leichte Windzug spielt mit einer Strähne, die die Elbenfrau sanft aus ihrem Gesicht streicht. Die Haut dieses atemberaubend schönen Wesens ist ebenfalls weiß...nein, ein Hauch von zartem Rosa liegt über ihren hohen Wangen. Ihre schmalen Lippen haben dieselbe zarte Farbe. Ihre glitzernden, mandelförmigen Augen sind eisgrau und haben die Tiefe einer weiten Winterlandschaft. Schüchtern schaut sie Say´da unter ihrer halb zurückgeschlagenen Kapuze an. Say´da ist überwältigt...
Wie aus einer kurzen Trance erwachend blickt sie plötzlich zu dem männlichen Elben, sie fixierte ihn über die Spitze des Schwertes hinweg.

Der Elb blickt kurz auf Say´das Schwertspitze dann dreht er sich langsam zu der Elbin um, sucht kurz ihren Blick um dann wieder Say´da anzuschauen, diesmal die Schwertspitze ignorierend: Dies ist meine Frau Sol... dann deutet der Elb auf sich ...und ich bin Ilumineiy... der schwarzhaarige Elb blickt Say’da mit einem gewissen Stolz in der Stimme an ... Familie Sternenglanz. Etwas in seiner Stimme läßt Say’da noch mal die Elbenfrau ansehen...dann fällt es ihr wie Schuppen von den Augen, der weite Mantel, die Wölbung, die sie auf den ersten Blick nicht gesehen hat. Oh! ...Sie ist schwanger!

Ilumineiy lächelt Say’da freundlich an, mit keiner Mine deutlich machend, dass er bemerkt hatte, dass sie verstanden hat. Entschuldigt dass wir zu so später Stunde eure Ruhe stören...aber wir haben das Licht gesehen und gehofft evtl. ein ruhiges Nachtlager zu finden...also wenn es Euch nichts ausmachen würde.... seine schwarzen langen Haare glänzen wie Öl im Licht der Lampe...würden wir auch... seine tiefgrünen Augen funkeln ...unser Lager in dieser Höhle aufschlagen ... sein Blick wandert wieder auf die Schwertspitze... vorausgesetzt Ihr habt nichts dagegen, versteht sich... sagt er mit einer sanften Stimme. Say’da kommt es plötzlich grotesk vor, dass sie überhaupt auf die Idee gekommen war die beiden mit einer Waffe zu bedrohen. Peinlich berührt und mit einer nebensächlichen Geste steckt sie das Schwert ein.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Say'da
Bogenschützin und Multitalent / Widder



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 14.09.2007
Beiträge: 40
Wohnort: Oldenburg

BeitragVerfasst am: 11.02.2008, 23:00    Titel: Antworten mit Zitat

...Äh....na....natürlich...kommt nur ...nehmt Platz. Etwas fahrig und von sich selbst überrascht deutet Say’da auf das Innere der Höhle. Sol wirft ihr einen so dankbaren Blick zu, dass Say’da etwas errötet, schnell dreht sie sich in den Schatten. Aus den Augenwinkeln sieht sie wie Sol und Ilumineiy tiefer in Höhle gehen. Beide Elben umgibt eine intensive sphärische Aura wie Say’da sie nur selten bemerkt hat. Sol scheint eher in die Höhle zu schweben als zu gehen, obwohl Say’da ihre Schritte sieht. Um nicht verwirrt in der Gegend herum zu stehen, setzte sich Say’da auf ihr Lager.

Ilumineiy dreht sich zu Say’da um, während seine Frau ihr Bündel auf dem Boden ausbreitet, seine langen Haare wallen schwarz um seine Schulter ...Habt ihr etwas dagegen wenn ich ein kleines Feuer anzünde... Die sind überhaupt nicht bewaffnet...Wahnsinn! Say’das Blick wandert über die Ausrüstung der Elben: Zusammengeschnürte Bündel mit Decken, dunkelgrüne weite Lodenmäntel, Beutelchen für Kleinkram, wunderschön verzierte Lederwämse.. ein Jagdmesser, ja ...aber nichts womit man sich ernsthaft verteidigen könnte...nicht mal einen Bogen! Sie wird aus den Gedanken gerissen ...äh...ja...nein...könnt Ihr gerne machen, aber ich habe leider kein Feuerholz... ...Kein Problem ich werde etwas holen und bei der Gelegenheit auch gleich die Pferde versorgen.... sagt Ilumineiy ...dann im gehen, offensichtlich hatte er Say´das Blick richtig gedeutet ...und nein, wir sind nicht bewaffnet, macht Euch keine Gedanken, wir werden Euch kein Leid zufügen...aber wenn uns jemand angreifen sollte, wissen wir uns schon zu verteidigen... für einen kurzen Moment blitzen seine Augen im Licht der Lampe grünlich auf, er lächelt Say’da wissend an und geht dann nach draußen.

Was sollte dass denn eben...mir ist schon klar das die Elben Magie beherrschen...aber ich glaube der wollte nur klar machen, dass die beiden nicht ganz wehrlos sind...

Say´da dreht sich um und betrachtet aus den Augenwinkeln wie Sol ihr Nachtlager bereitet. Sol öffnet den Mantel bis zur Hälfte und setzt sich im Schneidersitz auf ihr Lager. Dann sucht sie zwei größere Lederbeutel aus ihrem Rucksack und öffnet sie. Etwas Brot und Käse, sowie einige getrocknete Gemüsesorten kommen zum Vorschein die Say’da aber nicht gleich einordnen kann. Als Sol bemerkt, dass Say’da sie beobachtet richtet sie ihren, scheinbar bis auf das innerste der Seele schauenden, Blick auf sie. Für einen kurzen Moment ist Say’da in diesem Blick gefangen und erwidert ihn....dieser Blick.... auf der einen Seite ist sie von der Elbenfrau fasziniert, auf der anderen Seite findet sie Sol unheimlich. Ihre Aura ist faszinierend, und ob ihrer Macht, schrecklich zugleich. Say’da wird nervös, als Sol sie fragt: Möchtet ihr auch etwas Brot, Käse und Gemüse....es ist nicht üppig, aber vielleicht können wir uns für eure Gastfreundschaft auf diesem Wege ein wenig erkenntlich zeigen. Ihre Stimme ist sanft und umschmeichelnd wie die Berührung einer Daunenfeder auf ihrer Wange. Say´das Unbehagen wächst... diese Stimme, irgendetwas stimmt mit ihr nicht....sie könnte meinen Geist beeinflussen....
...Nein...sagt Say’da etwas ruckartig ....nein Danke, ich habe selbst genug Vorräte. Say´da zwingt sich zu einem Lächeln. Die Elbenfrau lächelt freundlich ....ich möchte nicht überheblich klingen, aber Ihr braucht Euch nicht vor uns zu fürchten. Wie mein Mann schon angedeutet hat, wenn ihr uns kein Leid zufügt dann werden wir euch auch keines antun. Say´das Blick wird für einen kurzen Moment hart ...Was zum Henker glaubt diese Elbenschnepfe eigentlich wer sie ist.... ICH...habe keine Angst... sagt sie schärfer als sie es eigentlich wollte. Wieder lächelt Sol tiefgründig... ...dann nehmt dies als Zeichen unserer Dankbarkeit an... Sol kniet sich aufrecht hin und reicht Say’da eine kleine Holzschüssel mit einigen Früchten. Für einen kurzen Moment wird Say´da wütend... Warum kann sie nicht einfach akzeptieren, dass.... dann fällt ihr Blick wieder auf die schwangere Sol. ....warum bin ich eigentlich so feindselig? Say’da gibt sich einen Ruck und nimmt die Schüssel an. ..:Danke... Unter Sol`s ermutigenden Blicken, beißt sie vorsichtig ein kleines Stück von einer ihr unbekannten getrockneten Frucht ab. Der Geschmack entfaltet sich sanft in ihrem Mund mit einem wohlriechenden, saftigen Aroma. Dann treffen sich für einen kurzen Moment ihre Blicke und Say’da muss unwillkürlich lächeln... eine warmherzige Freude breitet sich in ihrem Innersten aus und die ganze Furcht und Anspannung scheint plötzlich wie weggeblasen. Auch Sols lächeln wirkt jetzt deutlich weniger beunruhigend. Doch plötzlich verzieht sich das Lächeln der Elbenfrau zu einer schmerzverzehrten Grimasse. Sie stemmt beide Arme in den Rücken und ringt nach Luft. Say’da springt auf, eilt auf die Schwangere zu und hält sie an den Schultern. Ganz ruhig atmen und langsam hinsetzten… sagt Say’da sanft, sie stützt Sol den Rücken an dem bestimmten Punkt, von dem Frauen wahrscheinlich instinktiv wissen, das er entspannend wirkt. Sol atmet tief ein und aus, hält sich den Bauch und blickt Say’da dankbar an. In Eurem Zustand eine so anstrengende Reise anzutreten war vielleicht keine so gute Idee, ich weiß ja nicht wie das Kinderkriegen bei Elben ist, bei Menschen kann es bei zu viel Anstrengung zu Komplikationen führen, Ihr solltet Euch etwas schonen. Sols Augen wirken jetzt unsagbar traurig und Say’da überlegt schon, was an ihren Worten jetzt falsch war, als Sol fast flüsternd spricht: Wir haben uns diese Reise nicht ausgesucht, wir mussten unsere Heimat verlassen, unsere Familien dulden diese Verbindung nicht. Wieder durchzuckt die Elbin ein heftiger Schmerz, Say’da hält ihre Hand, die bis zur Schmerzgrenze zusammengedrückt wird. Es ist doch immer dasselbe, entweder sie finden sich aber dürfen nicht beisammen sein, oder sie finden sich, dürfen zusammen sein, aber einer stirbt…. Ein sich Finden ohne aber gibt es nicht…..Say’da sucht alle Decken, und einigermaßen bequem aussehenden Sachen zusammen und bettet Sol so komfortabel, wie es in dieser Höhle nur möglich ist. Sie legt ihre Hand auf den gewölbten Bauch und versucht etwas ungewöhnliches zu ertasten, sie versucht dabei sehr professionell auszusehen, behält aber für sich, dass sie diese Art die Lage des Kindes zu ertasten bislang nur bei Kühen und Schafen praktiziert hat. Ach Kinderkriegen ist Kinderkriegen, das hat nix mit der Anzahl der Beine zu tun und abgesehen davon ist ihre Zeit noch nicht gekommen…. Macht Euch keine Sorgen, es ist noch nicht so weit, es ist wahrscheinlich nur der lange Ritt, den Euch der Kleine übel nimmt. Die Gesichtzüge der Elbin entspannen sich ein wenig, sie lächelt dankbar, scheint aber etwas zu fiebern, ihre Stirn glänzt. So langsam müsste der Verursacher dieses Schlamassels auftauchen, typisch, immer wenn’s brenzlig wird…..Say’da verlagert ihre Position und setzt sich hinter die Elbin, legt ihren Kopf auf die Beine steicht ihr über die heiße Stirn und fängt leise zu singen an. Ein Lied, das Say’da schon längst glaubte vergessen zu haben. Sol fällt in einen unruhigen Schlaf, manchmal durchzuckt ein leichter Krampf ihren Körper.
Plötzlich dringen Geräusche vom Höhleneingang. Say’da blickt auf und spürt nur Erleichterung als sie den schlanken Elbenmann sieht, der mit den Armen voller Holz die Höhle betritt. Erst verwundert, dann besorgt schaut er auf die beiden Frauen. Say’da schildert ihm in kurzen, knappen Sätzen was geschehen ist und was geschehen wird, wenn er seiner Frau in den nächsten Tagen keine Ruhe gönnt. Hilflos sieht Ilumineiy seine Frau, dann Say’da an. Typisch, das ist bei allen Männern das selbe, erst machen sie Kinder und wenn dann nicht alles nach Plan läuft, will es keiner gewesen sein…..
Macht Euch keine Sorgen, sie braucht jetzt nur ein wenig Ruhe, dann wird Eurem Sohn nichts geschehen. Alles wird gut.
Mit einem fragenden Blick sieht der Elb Say’da an: Woher wisst Ihr, das es ein Junge wird? ....Ach, nur so ein Gefühl….. Sehr liebevoll und führsorglich streicht Ilumineiy Sol über das Gesicht und den Bauch, dann erinnert Say’da ihn daran, das ein Feuer doch eine ausgezeichnete Idee wäre.
Während sie im Schein des Feuers sitzen und Say’da Sols Stirn immer wieder mit einem feuchten Tuch kühlt, wirkt der Elb abwesend.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Say'da
Bogenschützin und Multitalent / Widder



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 14.09.2007
Beiträge: 40
Wohnort: Oldenburg

BeitragVerfasst am: 12.02.2008, 23:24    Titel: Antworten mit Zitat

Mit einem zärtlichen Blick in den Augen sagt Ilumineiy: Vielleicht sollten wir noch einen Tag länger verweilen, damit Sol sich ausruhen kann…..Gute Idee ist alles was Say’da dazu sagt, während sie die Decken um Sol ein wenig ordnet und auch sich selbst einen Zipfel um die Beine schlägt um nach einer Weile in eine unruhigen Schlaf zu fallen.

Die Sonne steht schon fast im Zenit als sich Say´da herzlich von den Elben verabschiedet. Sol, immer noch in der Höhle liegend, aber nicht mehr fiebrig, wirft ihr noch einen intensiven Blick zu bevor Say´da die Höhle verlässt und sich noch einmal dem Elb zuwendet. Ilumineiy dankt ihr herzlich dafür, zur rechten Zeit das richtige getan zu haben und Say`da spart nicht an guten Ratschlägen, immer noch verheimlichend, das ihr Wissen um des Kinderkriegens von der Geburtshilfe bei Vierbeinern stammt. Ihr werdet Euer Pferd gestärkt und schneller als zuvor vorfinden, erschreckt Euch nicht… sind Ilumineiys letzten Worte, bevor sich Say’da umdreht um ihre Reise fortzusetzen
Was für eine Begegnung...sagt sie laut zu sich, als die Elben außer Hörweite sind. Ihr Pferd steht einige Meter entfernt …vielleicht liegt es ja am Licht, aber es sieht fantastisch aus. Say’da stutzt, zuckt nur kurz mit den Schultern und macht sich auf.
An diesem Tag schafft sie viel Strecke. Sie bringt den Paß hinter sich und reitet dann lange durch eine Hügellandschaft. Die laubbedeckten Hügel und die moosbedeckten Findlinge, die hier und da den Blick der Reisenden auf sich ziehen, lassen Say´das Natur liebendes Herz aufgehen. Sie spornt die Stute zu mehr Leistung an, so langsam sehnt sich Say´da nach ihrer Heimat.
Wie im Flug zieht die Landschaft an Say´da vorüber und ihre Wangen sind, ob der kühlen Luft leicht gerötet. Ihre Haare werden durch den Wind verwirbelt und Say´da genießt die frische Luft und die Kälte des Windes.

Die Tage vergehen ereignislos, in denen Say´da durch rauhe Landschaft reitet und nur selten einem Reisenden auf dem Weg begegnet. An einem dieser Abende an dem sie nur kurz Halt machen will, um an einer frischen Quelle Wasser aufzufüllen, trifft sie einen fahrenden Krämer. Say´da entschließt sich dazu in der Nähe des Planwagens zu nächtigen und teilt mit ihm das Lagerfeuer. Sie kommt in den Genuß eines Kaninchenbratens mit Töften und Weinsoße und beide schwatzen mit einer Pfeife in der Hand den ganzen Abend. Am nächsten Morgen schenkt der großzügige Krämer der ihr ein Lederbeutelchen mit seinem Lieblingsrauchkraut und wünschte ihr noch eine gute Reise.

An diesem Tag macht sie bis abends gar keine Rast mehr sondern treibt das Pferd zu Höchstleistungen an, um trotz ihres verspäteten Aufbruchs noch genug Wegstrecke zu schaffen. Die folgenden Tage schlägt das Wetter um und graue Wolken ziehen über den Himmel. Umso glücklicher ist sie, als sie in ein größeres Waldgebiet kommt, welches sie etwas gegen den Regen abschirmt. An diesem Abend nächtigte sie in einem guten Wirtshaus. Sie gönnt sich ein herzhaftes Abendmahl und einen Krug würziges Bier und genießt dann einen tiefen erholsamen Schlaf in den gemütlichen Wirtshausbetten.
Während der Reise konzentriert sie sich ganz auf das Reiten und genießt es ausschließlich die Natur auf sich wirken zu lassen. So vergehen einige Tage und langsam kommt sie in ihr bekannte Gebiete.

Als sie an einem vollmondbeschienen Abend über eine große Steinbrücke reitet, welche in eine lange mit Rotbuchen gesäumte Allee mündet, weiß sie dass sie in ihrer Heimat angekommen ist. Sie hält kurz an und streicht nachdenklich den Hals der Stute...was mich dort wohl erwarten wird, nach so vielen Jahren? Sie streicht sich kurz über die Augen, als würde sie einen schlechten Gedanken wegwischen, dann setzt sie sich wieder aufrecht hin...das werde ich nur erfahren wenn ich dort ankomme.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Say'da
Bogenschützin und Multitalent / Widder



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 14.09.2007
Beiträge: 40
Wohnort: Oldenburg

BeitragVerfasst am: 13.02.2008, 23:58    Titel: Antworten mit Zitat

Sie lässt den Blick über die Ansammlung der Häuser schweifen - nahezu jedes Haus außer der Taverne scheint baufällig zu sein. Sie war lange nicht mehr hier,...scheinbar zu lange. Say’da gibt der Stute die Sporen. Langsam trottet diese den Weg hinab, welcher erst in zwei Serpentinenbögen dann geradeaus ins Tal führt. Ihr Blick ruht immer noch in der Ferne auf dem Dorf. Von weitem erkennt sie die Taverne von der aus sie vor ein paar Jahren aufgebrochen, ja sogar geflohen war. Die Taverne...welcher Fluch scheint auf diesem Hause zu liegen, dass Say’da nahezu nur negative Erinnerung mit ihr verbindet...oder vielmehr an ihren Onkel, den sie damals gefürchtet hatte. Wie wird er reagieren, wenn sie jetzt nach Jahren ihren Fuß wieder in die Schenke setzt...wird er sie überhaupt erkennen? Damals war sie ein Mädchen gewesen...heute kommt sie als Frau zurück, …naja, manchmal auch als Jüngling verkannt….. Der Augenblick vor dem sie sich seit Jahren am meisten gefürchtet hat scheint unausweichlich näher zu rücken. Aber sie ist fest entschlossen sich den Dämonen ihrer Vergangenheit zu stellen. Sie wird nicht umkehren...heute ist der Tag... denkt sie nicht ohne Stolz.

Ihr Blick richtet sich auf einen Gegenstand der vor ihr rechts am Wegesrand im hohen Gras liegt. Es ist der alte verwitterte Wegweiser, welcher laut den Anweisungen ihres Onkels, die Linie markiert, bis zu der sie damals das Dorf verlassen durfte. Sie hatte sich nie an diese Regel gehalten und hatte, neben vielen anderen Dingen, auch deswegen oft mit ihrem Onkel gestritten. Ihr Onkel....ein Gefühlschaos bemächtigt sich Say´das Gedanken. Freude und Hass stehen gleichberechtigt nebeneinander und quälen sie mit Gedankenfetzen aus ihrer Vergangenheit. Sie wischt sich kurz eine Träne aus dem linken Auge, zornig aufgrund der Tatsache ihrer emotionalen Berührtheit.. ....ist es nicht schon so lange her....? Die Zeit heilt alle Wunden heißt es....pah...wer sich solchen Schwachsinn ausgedacht hat war nie erntshaft verletzt.... Sie bemerkt, dass sie schon seit einigen Augenblicken das Pferd neben dem Wegweiser angehalten hat. Das Holz des Wegweiser ist schon fast zerfallen...Pilze wachsen auf dem unteren Drittel des Weisers und die Einkerbungen der Schriftzeichen sind damals schon schlecht zu lesen gewesen. das Pferd trottet weiter, instinktiv wissend, dass Say’da weiter will. Wieder folgen ihre Augen den unendlichen Wellen die der Wind in das Schilfgras malt.

Das Giebeldach des größten Gebäudes des Dorfes ragt langsam und dann immer schneller vor ihr auf. Bald wird sie einen Schritt hineinwagen... Sie wird einer schnellen Bewegung in ihrem linken Blickfeld gewahr. Irgendetwas hat sich schnell, kurz über dem Gras hinfort bewegt. Say’da verlängert die Linie der von ihr wahrgenommen Bewegung ...und ihr Blick fällt auf die verwitterten Grabsteine des Gebeinfeldes, welches in einiger Entfernung zum Dorf in einer kleinen Senke angelegt worden war. Sie kann von weitem nichts Genaues erkennen, nimmt aber war, dass die Gräber in dem genau gleich schlechten Zustand wie die Häuser sind. Ihr schaudert, das Dorf scheint verwaist. Wieder schaut sie zu dem Gebeinfeld herüber und nimmt erst jetzt war, dass es sich ein Schwarm tiefschwarzer Krähen auf den Steines des Friedhofes bequem gemacht hatte. Das trockene Krächzen wird hin und wieder durch den Wind an Say´das Ohren getragen. Sie weiß nicht warum, aber sie wird das Gefühl nicht los, dass einige der besonders großen Vögel des Schwarmes sie zu beobachten scheinen....jetzt drehst Du völlig durch... ärgert sie sich über sich selbst und konzentriert sich wieder auf Ihren, dessen Eingang unmittelbar vor ihr liegt. Eigentlich ist es kein Tor, nicht einmal ein Gatter. Der Fremde, welcher dieses Dorf betritt, weiß nicht einmal, dass diese kleinen Pfosten, welche links und rechts neben dem Weg in den Boden gerammt sind, die Dorfbegrenzung darstellten.

....Niemand....keine Kinder...nichts.... Sie reitet langsam in Richtung des zweistöckigen graubraunen Fachwerkhauses, welches die Taverne des Ortes darstellt. Einige Fensterläden hängen schief in den Angeln, die meisten aber sind aufgrund der Baufälligkeit einfach zugenagelt worden. An der Pferdetränke steht kein Pferd, es ist auch kein Wasser darin und der Schuppen der einst als Stall diente, kann bestenfalls als Feuerholzhaufen bezeichnet werden. Das Dach ist eingefallen und hier und da erkennt man die kahlen Triebe junger Bäume, welche den Schuppen als Lebensraum zurückerobert haben. Say’da steigt vom Pferd ... Sie bindet die Zügel an die Pferdetränke. Dann fällt ihr Blick auf einen Gegenstand, welcher halb im Dreck begraben, neben der Eingangstür liegt... neugierig geht sie darauf zu und befreit ihn vom Schmutz. " ...verne zum ...." steht darauf. Sie kratzt den letzten Schmutz von dem Schild herunter.... "averne zum blauen tier" liest sie. Ein blauer Stier schmückt stolz das Tavernenschild des Hauses. Eine Krähe setzt sich plötzlich auf die Holzstange über der Tür, welche einst das Tavernenschild gehalten hatte. Die Krähe schaut sie an, legte den Kopf schräg und krächzt laut.. .. Du...Du hast mir gerade noch gefehlt...Verschwinde!

Say´da lehnt das Schild an die Pferdetränke, zupft ihr Gewand zurrecht und nähert sich langsam der Tür zur Taverne.

Ein Geruch von Staub, kaltem Rauch und altem Menschen dringt ihr in die Nase. Mit dem ersten Schritt in den Raum wirbelt sie etwas Staub auf.....hier ist schon seit längerem keine Kundschaft mehr eingetreten, wie es scheint... . Langsam aufkeimende Erinnerungen aus ihrer Jugend verdrängend blickt sie sich in dem Raum um. Es scheint, als wäre die Zeit damals stehen geblieben. Es sind noch immer diese alten speckigen Holztische, dieselben kippligen Schemel...ihr Blick wandert weiter...das Wagenrad als Kerzenhalter an der Decke, der Pflegel und die Mistgabel gekreuzt an der Wand, der Stier kopf mit den großen Hörnern prangt immer noch über der alten Theke. Die großen schweren Fässer, die ihr damals oft über die Füße gerollt waren, wenn sie sie aus dem Keller nach oben geschafft hatte, lagern noch an der selben Stelle hinter dem Tresen. Die Humpen und Amphoren stehen noch immer penibel aufgereiht auf der linken Tresenseite und in einem dahinter liegendem Wandregal. Noch immer hängt der eine ausgeleierte Zapfhahn leicht nach unten und der zerschlissene graue Vorhang trennt noch immer den Schankraum zu der Küche und den dahinter liegenden Privaträumen ab. Auch der knarrende Schaukelstuhl steht noch immer auf einem muffigen Bärenfell vor dem kalten Kamin...

Fahles Licht dringt von außen durch die Fensterritzen und beleuchtet den Tanz der Staubpartikel in der Luft...die wirken wie glitzernder Feenstaub in den ersten Strahlen der Sonne...

Ihr Blick wandert erneut durch den Raum, er war ihr damals größer vorgekommen...heute wirkt alles so klein und ...schäbig.

Sie geht ein paar leise Schritte zu dem Kamin, setzt sich auf den Sims und betrachtet den Schaukelstuhl, in dem der alte Peer oft gesessen hatte und Geschichten von fremden Ländern erzählt hatte...Sie sieht ihn noch vor ihren Augen, als wäre es gestern gewesen....den liebenswürdigen alten Mann den sie so gemocht hatte und der ihr hin und wieder ein bisschen Lakritze geschenkt hatte...

Plötzlich, irgendetwas hat sich im Schankraum bewegt, sie dreht sich um und sieht...
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Say'da
Bogenschützin und Multitalent / Widder



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 14.09.2007
Beiträge: 40
Wohnort: Oldenburg

BeitragVerfasst am: 14.02.2008, 23:12    Titel: Antworten mit Zitat

…eine alte gebeugte Frau hinter dem Vorhang in den Schankraum schlurfen. Ihre Kleidung ist alt und zerschlissen, das Haar wirr im Nacken zusammengebunden. Der Gesichtausdruck müde und leer. Sie bemerkt Say’da erstaunt ........Oh, ein Gast, entschuldigt die Unordnung hier, aber wir hatten schon lange keine Gäste mehr an diesem gottverlassenen Ort…Was kann ich für Euch tun, junger Herr?... . Die Tante erkennt Say’da nicht, wie auch, in ihrem Aufzug sieht sie der Schankmaid von damals nicht im entferntesten ähnlich. Say’da blickt zärtlich auf ihre alt gewordene Tante, sie muß ihre Tränen unter Kontrolle halten, räuspert sich und antwortet: .....Wenn Ihr einen Krug Bier und einen Kanten Brot anzubieten hättet, wäre ich schon zufrieden…..Was ist hier geschehen, vor einigen Jahren war die Taverne noch gut besucht und Ihren war ein blühendes Dorf?... Ja, ja, vor zwei Jahren sah es hier anders aus, bis das Schwarzfieber ausgebrochen ist, das hat mehr als die Hälfte der Dorfbewohner ausgerottet, natürlich hat sich das herumgesprochen, seit dem kommt kaum mehr ein Fremder in diese Gegend. Aber sagt junger Herr, seit Ihr aus der Gegend hier, kennt Ihr unser Dorf? Say’da sieht die alte Frau mit Furcht und Entschlossenheit an..Ja, es ist lange her, aber ich kenne das Dorf, ich kenne diese Schenke und ich kenne auch Dich, Tante Etta….. Die Tante blickt hoch, konzentriert mustert sie Say’das Gesicht, in ihrem Gesichtausdruck ist zu lesen, das sie Say’da langsam erkennt…......Say’da? Say’da bist Du das? Herr im Himmel, wir dachten all die Jahre du währst tot! Wir dachten du seiest im Moor umgekommen, von einer Klippe gefallen, ertrunken oder entführt worden, wir haben dich tagelang gesucht, deine ganze Familie war über eine Woche auf den Beinen um ein Lebenszeichen von dir zu finden. Deine Mutter ist an ihrem Kummer fast zerbrochen. Wo zum Teufel warst du all die Jahre? Und was hast du dir bloß dabei gedacht, in Nacht und Nebel zu verschwinden und uns ohne ein Lebenszeichen all die Jahre im Ungewissen zu lassen? . Auf diesen Monolog war Say’da nicht gefasst. Ihre Gefühle in diesem Moment sind eine Mischung aus Erstaunen, Trauer und Wut. Sie will schon ansetzen und zum verbalen Gegenangriff ausholen, als sie die Möglichkeit in Betracht zieht, das ihre Tante und auch sonst keiner etwas vom Verhalten ihres Onkels Say’da gegenüber mitbekommen hat. Ihr fällt wieder ein, dass er ihr immer nur heimlich nachgestiegen ist, immer darauf bedacht, das keine andere Person anwesend ist. Say’da schluckt und fragt zuerst nach dem Onkel….......Ach, mein lieber guter Mann, er starb als erster am Schwarzfieber, danach hat es viele, viele andere dahingerafft. . Say’da ist betroffen und erleichtert zugleich. .....Hat er bekommen, was er verdient…... Etta schaut Say’da direkt ins Gesicht…. .....Und deine Familie. ….sie schluckt….,..... also deine Familie, Say’da, lebt auch nicht mehr, nur der Hans hat es geschafft und das auch nur, weil er sich zu der Zeit auf Brautschau und gar nicht im Dorf war. Ach Say’da es ging alles so schnell, innerhalb von drei Wochen haben wir alle verloren, die Totengräber kamen gar nicht hinterher. Und weil wir dachten, auch du wärst nicht mehr unter den Lebenden, haben wir auch gleich deinen Namen mit auf das Familiengrab schreiben lassen. . Say’da laufen die Tränen über die Wangen und sie stellt sich in Gedanken alle Warumfragen, die man sich nur stellen kann. Aber es ändert nichts an der Situation. Es ist wie es ist, ihre Familie liegt genauso begraben, wie ihr altes Leben. .....Aber nun sag mir endlich, wo du gesteckt hast. Wie siehst du eigentlich aus, so läuft man doch als anständiges Mädchen nicht herum! Ach warte einen Augenblick. Erst werde ich dir was ordentliches zu essen machen, das Bier zapf dir selbst, du weist ja wohl noch wie das geht, oder? . Say’da versucht ihre Gedanken zu ordnen. Sie stellt sich hinter die Theke und zapft sich einen großen Krug dunkles Bier, nimmt einen kräftigen Schluck. .....Ja, so ändert sich das Leben. Das was gestern noch die Welt für mich bedeutet hat, ist heute ein Häufchen Asche und das, was gestern für mich das Ende der Welt zu sein schien, ist heute bedeutungslos…... .....Wohnt denn Hans im Haus unserer Eltern? . Ruft Say’da in die Küche. ..... Ja, aber da brauchst du gar nicht hinzugehen, der ist in Lear auf dem Markt, mit Kind und Kegel, der kommt erst in vier Tagen zurück. Du bleibst so lange bei mir….
Das geht nicht Tante, ich muß weiter nach Döllingen, aber ich komm dann noch mal zurück, aber heute Nacht bleibe ich sehr gerne bei dir, dann erzähle ich dir mal ein paar aufregende Geschichten, die sind mindestens so spannend wie die vom alten Peer.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Die Widder Foren-Übersicht -> Intime Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Ähnliche Beiträge
Thema Autor Forum Antworten Verfasst am
Keine neuen Beiträge Abreise aus Eridmea und zweite Reise ... Eriel Rostkehlchen Intime 114 02.01.2008, 14:46
Keine neuen Beiträge Reise nach Döllingen Say'da Intime 2 22.11.2007, 20:44

Tags
Reise, USA



Powered by phpBB 2.0.23 © 2001, 2002 phpBB Group

BBoard.de bietet Ihnen ein Kostenloses Forum mit zahlreichen tollen Features

Impressum | Datenschutz