Soratis Priester der Kratas / Widder

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.09.2007 Beiträge: 158
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Verfasst am: 22.11.2007, 01:13 Titel: Aus den Schatten ins Licht... |
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...welches durch die Baumkronen fiel, trat Soratis auf den Weg hinaus. Es war später Nachmittag und die Sonne spendete ein graues fahles Licht. Das teilweise gefrorene Laub knirschte unter seinen Sohlen, als er den Hohlweg entlangschritt der ihn tiefer in diese Moor- und Heidelandschaft führte. Er ging zügig auf dem relativ breit ausgetretenen Pfad, welcher von beiden Seiten von hohen Dornenbüschen begrenzt wurde. Es roch leicht moderig nach den nahen sumpfigen Stellen des Waldes und ein kalter Bodennebel tauchte die Landschaft in einen weißen Schleier.
Da er schon den ganzen Tag durch diese unwirkliche Landschaft gewandert war, sehnte er sich nach einem wärmenden Feuer und einer angenehmen Lagerstätte. Ihm war kalt und so beschleunigte er seine Schritte. Er blickte den Hohlweg entlang der sich tiefer in den Wald hinein zog.... plötzlich war da ein Gefühl.....als wäre er nicht alleine.....die Temperatur schien zu fallen....er konnte seinen Atem in der Luft sehen.....er hörte das Knirschen des Laubes auf dem Weg welches in atemberaubender Geschwindigkeit zu gefrieren schien....er blieb stehen.
Sein Herz schlug heftiger...seit Atem ging schneller. Irgendetwas war dort... er drehte sich auf dem Weg langsam um ...konnte aber nichts erkennen....er richtete seinen Blick wieder nach vorne....nichts....trotzdem war er sich sicher beobachtet zu werden. Er nahm die Axt fester zur Hand und hob seinen Schild und ging vorsichtig weiter. Wieder knirschte das Laub unter seinen Füßen...nur diesmal schien es ihm so, als würde er über eine Eisdecke gehen.
Plötzlich und ohne Vorwarnung brach etwas vor, hinter und neben ihm aus dem Gebüsch. Er erschrak und versuchte das was da kommen sollte abzuwehren. Etwas Schwarzes bewegte sich von allen Seiten um ihn herum aus dem Gebüsch heraus......überall war Bewegung. Flügelschläge.... für einen Bruchteil einer Sekunde war er wie gelähmt als
Hunderte Krähen sich aus dem Gebüsch erhoben und um ihn herum flatterten. Sekunden später sammelten sie sich zu einem stattlichen Schwarm, welcher sich in unnatürlicher Art und Weise kurzeitig in einem großen Strudel einige Schritte vor Soratis auf dem Weg zentrierten.
Soratis war von dem ungewöhnlichen Schauspiel wie gebannt. In dem Zeitraum eines Augenaufschlages viel der Schwarm plötzlich in sich zusammen und ihm Zentrum des verschwundenen Strudels stand plötzlich eine Frau auf dem Weg. Ihr langes, tief schwarzes Haar wallte um ihre Schultern. Ihre Haut hatte einen sanft bleichen Ton und ihre
dunklen blauen Augen funkelten tiefsinnig. Sie hatte ein edles schmales Gesicht, war mittelgroß und in ein langes, wallendes, schwarzes Samtkleid gehüllt...sie war atemberaubend schön.
Die Zeit schien stehen zu bleiben....Soratis hörte nur sein eigenes Herzklopfen und das Blut in seinen Ohren rauschen....der Wald schien schlagartig still, nichts rührte sich mehr, außer das schwarze Kleid, welches sich scheinbar in einem sanften Luftzug bewegte, welcher nicht vorhanden war...
Als die Frau mit einer überraschend tiefen aber sanften Stimme zu sprechen began, viel Soratis Blick auf die schwarz gefärbten Lippen der Frau. Ihr Mund war makelos geformt.
Als die ersten Worte an Soratis Ohr drangen, sank die Temperatur nocheinmal schlagartig ab, aber Soratis spürte eine innere Ruhe und Ausgeglichenheit die er niemals zuvor in einer solchen Intensität gespürt hatte:
[Kratas in Say´das Worten:]
"Mein Diener, die Zeit ist nun für dich gekommen, die Widder auf ihrer Queste des Schicksals zu begleiten. Mein Wohlwollen liegt auf Dir, doch handle weise und ohne Hast, denn viele Herzen sind nach dem harten Schicksalsschlag durch den Tod ihres Bruders verschlossen, sei ihnen ein loyaler Gefährte.
Bewahre meine Worte in deinem Herzen und mache dich nun auf, deinen schicksalhaften Weg zu erfüllen. Doch sei wachsam, nicht jeder Wanderer ist ein Freund." |
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